Reinhard Kellner

Nachruf:

Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen… Kaum einer war so präsent im Leben der Stadt wie Reinhard Kellner. Der Gründer der sozialen Initiativen und viele Jahre ihr 1. Vorsitzender ist am 1. Mai völlig überraschend gestorben – frühmorgens beim Aufbau für die Maikundgebung. So wie er gelebt hat, immer mittendrin, auf der Seite der Benachteiligten, im ständigem Einsatz und das mit vollem Engagement – so beibt er uns in Erinnerung.

 

Mit Reinhard Kellner verlieren wir einen langjährigen Kooperationspartner. 1974 sind sowohl die Sozialen Initiativen als auch das EBW gegründet worden. Seit dieser Zeit waren wir verbunden. Unzählige gemeinsame Aktivitäten sind in diesen 50 Jahren gelaufen. Die Initiative zum ersten Armutsbericht der Stadt Regensburg verdanken wir Reinhard – unvergessen sein unermüdliches Engagement für den Stadtpass. Ganz aktuell haben wir an der Konzeption der Veranstaltungsreihe zum neuen Armutsbericht zusammengearbeitet.

Er war nicht immer ein bequemer Kooperationspartner, aber ein fairer und aufrichtiger Wegbegleiter, mit dem man Dinge kritisch diskutieren und auf den Punkt bringen konnte.

 

Reinhard Kellner wird uns fehlen –  im EBW, in unserer Programmarbeit – in unserer Stadt!

In Gedenken an Prof. Dr. Wolfgang Gebhardt und Pfarrer Dr. Helmut Ruhwandl

Nachruf:

In den vergangenen Wochen sind zwei herausragende Persönlichkeiten, die das Evangelische Bildungswerk Regensburg (EBW) maßgeblich geprägt haben, von uns gegangen.

 

Prof. Dr. Wolfgang Gebhardt und Pfarrer Dr. Helmut Ruhwandl, beide ehemals  Vorstandsvorsitzende des EBW Regensburg, haben das EBW durch ihre Visionen und ihr unermüdliches Engagement maßgeblich geprägt. Beide standen für Offenheit, Weitblick und tiefe menschliche Verbundenheit. Ihr Vermächtnis wird uns weiterhin leiten und inspirieren.

 

Beide Persönlichkeiten haben das Evangelische Bildungswerk durch ihre Visionen und ihr Handeln bereichert. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Prof. Dr. Wolfgang Gebhardt

Über 20 Jahre lang leitete Prof. Dr. Wolfgang Gebhardt als Vorstandsvorsitzender* das Evangelische Bildungswerk mit Engagement, Weitblick und einer tiefen Überzeugung für die Bedeutung von Aufklärung und öffentlicher Debatte. Seine Gespräche waren stets inspirierend, geprägt von seinem breiten Wissen, seinem philosophischen Verständnis und seiner aufgeschlossenen Haltung.

 

Ganz präsent, wie heute sehen wir Wolfgang Gebhardt vor uns im EBW,  freundlich, aufgeschlossen, immer interessiert an allem, was rundum geschah, ein kritischer Geist mit breitgefächertem Wissen, universell interessiert, philosophisch bewandert  –  Gespräche mit Wolfgang Gebhardt waren immer eine Bereicherung. Nie war er belehrend, sondern aufgeschlossen, Neues zu erfahren. So hat er 20 Jahre lang das EBW geleitet: Überzeugt von der Wichtigkeit einer Institution, die im Sinne der Aufklärung mit ihrem Programm kritische, ja strittige Themen auf die Tagesordnung setzt.  Manches mag er – und hat er – wohl anders gesehen, aber stets stand er loyal hinter den Machern, griff sofort ein, wenn es Konflikte gab und war –  ganz im  evangelischen Sinn – ein widerständiger Geist. Das haben wir nicht nur bei dem Wirbel um die Wehrmachtsausstellung oder die WAA Diskussion erlebt.

 

Dafür haben wir ihn alle geschätzt. Beeindruckt hat uns immer wieder sein breitgefächertes Wissen. Gespräche mit ihm kreisten nie ums Kleinklein, sondern weiteten die Perspektive. Dafür sind wir ihm dankbar. Den guten Ruf des EBW in der Regensburger Stadtgesellschaft als Podium der offenen, furchtlosen Debatten hat er gefördert und befestigt – diesem Erbe sind wir verpflichtet.

 

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1. Vorsitzender von 1986- 2004

2. Vorsitzender von 2004- 2010

Pfarrer Dr. Helmut Ruhwandl

Pfarrer Dr. Helmut Ruhwandl, ehemaliger Vorsitzender des EBW (1. Vorsitzender von 1983- 1986) und 1. Pfarrer der Dreieinigkeitskirche, war ein Mann der Tat, dessen Engagement weit über die Seelsorge hinausging.

 

Den Menschen zugewandt war Helmut Ruhwandl in Regensburg sehr beliebt und geschätzt, hatte ein gutes Verhältnis zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, und – vielseitig interessiert, gerade auch an Kirchengeschichte, – hat er sich schon früh für den Erhalt der Oswaldkirche engagiert. Kirche ist Diakonie – so verstand Helmut Ruhwandl seinen Beruf als Pfarrer:   Gelebtes Christentum als konkrete Hilfe, nicht nur als Seelsorge. Offen für neue Wege in der Familienarbeit und bei Erziehungsfragen zeigte er sich auch als Vorsitzender des Evangelischen Bildungswerks. Schwerpunktthemen waren für ihn die Umwelt, Frieden sowie die Begleitung und Unterstützung von Arbeitslosen. Helmut Ruhwandl, der selbst einige Semester Psychologie studiert hatte, holte für entsprechende Angebote Soziologen und Psychologen ins Haus. Stets lag ihm daran, der Bildungsarbeit Freiraum zu lassen.

In den bewegten 1970er und 1980er Jahren hat er als 1. Pfarrer der Dreieinigkeitskirche verschiedene Gruppen in der Gemeinde gefördert, so etwa den Kreis junger Ehepaare und sich dort auch mit seiner Frau engagiert.

Und schließlich war die Kirchenmusik sein großes Anliegen.

 

Christian Kroll erinnert sich:

„Vor allem hat Dr. Ruhwandl meine Chöre (Kantorei, Kinderchor, Universitätschor) nach Kräften gefördert. Darüber hinaus war er sich nach einer großen Oratorienaufführung der Kantorei nicht zu schade die Ärmel hochzukrempeln und eigenhändig mitzuhelfen, das riesengroße hölzerne Chorpodest abzubauen. In meiner über fünfzigjährigen Tätigkeit als Kirchenmusiker gehören die 10 Jahre mit Pfarrer Dr. Ruhwandl zu den erfreulichsten. Sie sind ein leider seltenes Beispiel dafür, was eine gute Zusammenarbeit zwischen Kirchenmusiker und Pfarrer bewirken kann.“

 

Helmut Ruhwandl hat in Regensburg viel bewegt, er war hoch geschätzt, und seine Tochter Kirsten Ruhwandl sagt: „Die Zeit in Regensburg war seine schönste Zeit gewesen“. Im Juli 2024 ist Dr. Helmut Ruhwandl gestorben. Die Regensburger Gemeinden und das Evangelische Bildungswerk werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.