BILDUNG – 20.07.2017

Carsten LenkDr. Carsten Lenk
Geschäftsführer EBW Regensburg

Meine Thesen zum Thema Bildung:

Reformation und Bildung sind seit 500 Jahren eng miteinander verbunden. Luthers Leistung, die Bibel in der Muttersprache zugänglich zu machen, schuf die Möglichkeit, neben dem Hören der Predigt das Evangelium selbst zu lesen – vorausgesetzt man konnte dies. Daher bemühten sich Luther und Melanchthon früh um die Einrichtung von Elementarschulen für Jungen und Mädchen, eine frühe „Bildungsinitiative“, lange vor der Einführung der allgemeinen Schulpflicht.

Wie sieht evangelische Bildungsarbeit heute aus – in Schulen und KiTas, in der Jugend- oder Seniorenarbeit, in der Erwachsenenbildung, in unseren diakonischen und sozialen Einrichtungen? Die Evang.-Lutherische Kirche in Bayern hat hierzu im vergangenen Jahr ein Bildungskonzept vorgelegt, es trägt den Titel „Horizonte weiten – Bildungslandschaften gestalten“. Dort heißt es u.a.:

Grundlage unseres Bildungshandelns ist die „Gottesebenbildlichkeit des Menschen“. Demnach hat jeder Mensch eine „unverrechenbare“ Würde, die ihm ohne eigenes Zutun von Gott zugesprochen ist und all seinem Handeln vorausgeht. Mit anderen Worten: Der Mensch ist mehr als in seinen Kompetenzen sichtbar zum Ausdruck kommen kann. „Er ist Geschöpf Gottes und bezieht seinen Wert nicht nur aus seinem Handeln“ und seinen Fähigkeiten.

Damit kontrastiert evangelische Bildungsarbeit ein Verständnis von Bildung, das einseitig auf den Erwerb und Nachweis von Kompetenzen ausgerichtet ist. Das heute verbreitete Konzept von „Employability“, d.h. Beschäftigungsfähigkeit, wie es auch von der Europäischen Union vertreten wird, geht in diese Richtung. Der Begriff des „Lebenslangen Lernens“ wird dann zur Drohung, der der einzelne als „Unternehmer seiner eigenen Arbeitskraft“ (Christian Schüle) unterworfen ist.

Evangelische Bildung dagegen stellt die Freiheit des Einzelnen in den Mittelpunkt, sie ist sozial engagiert und inklusiv und setzt auf Empowerment und gesellschaftliche Teilhabe.

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