REDUKTION – 04.05.2017

Fotograf: Jochen Quast

Fotograf: Jochen Quast

Stephanie Junge
Schauspieldirektorin Theater Regensburg

Meine Thesen zum Thema Reduktion:

Anlass:
Luthers Reduktion der Sakramente auf Taufe, Abendmahl & Buße

 

In der Verbform:
Zurückführen: Ja
Vereinfachen: Nein
Verdichten/konzentrieren: Ja
Einschränken: Nein
Begrenzen: Ja

 

Reduzierter Einstieg:
Ich bin wahrscheinlich auf Grund meines Berufes für dieses Thema angefragt worden. Ich arbeite am Theater Regensburg als Dramaturgin. Wenn man etwas darüber weiß, was Dramaturgen machen, dann dies: Das Streichen von Texten, das Zusammenkürzen von Theaterstücken ist ein Teil des Berufs. Wir reduzieren Textmassen auf ein Maß, auf das sich der Zuschauer an einem Theaterabend einlassen kann/will – in diesen Zeiten sind das etwa 1,5 (TV-Format) bis max.3 Stunden. (Ist bei mir auch so!)

 

Große Forderung:
Simplify your life!
Ein Thema für Überflussgesellschaften. Sich auf das Notwendige beschränken/besinnen, abspecken, verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen, Verbrauch reduzieren, Konsum reduzieren.

 

Spurensuche in der Theorie/Kunst:
„Je begrenzter die Mittel, umso stärker ist der Ausdruck.“ – Pierre Soulages
„Einfachheit entsteht nicht einfach so. Im Gegenteil: Die Evolution entwickelt sich davon weg!“ – Edward de Bono
Je fortschrittlicher eine Gesellschaft ist, desto komplexer werden deren Systeme, so seine These. Komplexe Ideen können seiner Meinung nach immer auch einfach ausgedrückt werden. Dagegen kann man argumentieren, dass komplexe Sachverhalte auch eine exakte Beschreibung und ausführliche Analyse erfordern. (Wird ausgebaut für den 4. Mai)

 

Reduktion, gefährlich:
Wie man Dinge unnötig verkomplizieren kann, so lassen sich (gesellschaftliche) Probleme vereinfachen und argumentativ fahrlässig kurzschließen. Die Sehnsucht nach den einfachen Antworten und den schnellen Lösungen.

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